IFPI, Raiffeisen Bank und IMS Health nominiert

christian jeitler chris at quintessenz.at
Mon Oct 15 04:45:59 CEST 2012


Sehr geehrte Damen und Herren,

 wir veröffentlichen heute die Nominierten der Kategorie "Business und
Finanzen". Die Nominierten der anderen Kategorien folgen am:

18.10.12 "Politik"
22.10.12 "Kommunikation und Marketing"
24.10.12 "Weltweiter Datenhunger"

http://www.bigbrotherawards.at/2012/nominees.php


### Kategorie "Behörden und Verwaltung" ###

    http://www.bigbrotherawards.at/2012/finanzen.php


## Die vollständige Analyse und Vermarktung des gläsernen Patienten ##

Nominiert: Dr. Frank Wartenberg, IMS Health

Die massenhafte Speicherung von Patientendaten und die Gefahr
aufkeimender Begehrlichkeiten nach diesen  sind seit Beginn der
Diskussion um ELGA ein großes, sorgenbehaftetes Thema. Die Lobbyisten
rund um ELGA weisen Bedenken der kommerziellen Auswertung von
Gesundheitsdaten gerne zurück.

IMS Health mit Hauptsitz in New Jersey ist weltmarktführendes
Marktforschungsinstitut für Gesundheitsdaten und wertet von 260
Millionen Patienten die Gesundheitsdaten aus, um z.B. Pharma-Konzernen
bei der Einführung von medizinischen "Blockbustern" zu helfen.

You have the Choice - gegen eine Aufwandsentschädigung von jährlich 432
Euro gestatten Ärzte die Installation eines Plugin, das die Praxis
Software fortan "nach Hause telefonieren" lässt: "ein Knopfdruck genügt
und Ihre Praxisinformationen werden zur Analyse an IMS weitergeleitet –
ganz einfach aus Ihrer Praxissoftware." Patientendaten wie Geschlecht,
Geburtsjahr, Krankenscheinart, Diagnosen, Medikamente, Dosierung,
Therapie oder Laborwerte werden so an IMS Health geliefert. Neben den
Patientendaten aus Arztpraxen verarbeitet die Fa. IMS Health auch Daten
von österreichischen Apotheken und Krankenhäusern, um den
österreichischen Gesundheitsmarkt und seine Patienten möglichst
umfassend zu erforschen.

Nicht nur aufgrund von schwerwiegenden datenschutzrechtlichen Bedenken
rät die Ärztekammer ausdrücklich vom Einsatz einer solchen Software in
Arztpraxen ab und schreibt an ihre Mitglieder "Es liegt auf der Hand,
dass die auf diese Weise gesammelten Daten mit hoher Wahrscheinlichkeit
an Pharmaunternehmen weiterverkauft werden. [ ... ] und stimmen Sie
diesem unseriösen Angebot keinesfalls zu!"


Quellen:

* Falter: Ärztekammer und Datenschützer warnen Ärzte vor dem Geschäft
mit Patientendaten
http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20120424_OTS0270/falter-aerztekammer-und-datenschuetzer-warnen-aerzte-vor-dem-geschaeft-mit-patientendaten

* IMS Health auf Wikipedia
http://de.wikipedia.org/wiki/IMS_Health

* Falter Ausgabe 41 Seite 13

* Vorsicht bei Weitergabe von Ordinations- und Patientendaten
http://cms.arztnoe.at/cms/beitrag/1011021/246014/

* Ärztekammer Wien - Aktuelle Infos für niedergelassene Ärzte (Woche 14)
http://www2.aekwien.at/1964.py?Page=1&id_news=7836

* Referenzprojekt von beOne für den Kunden IMS
http://b1c.at/sites/default/files/success-stories/B1C_Refernz_IMS.pdf


## Schneller als Bares - U-Bahn-Kuscheln als aktive Zustimmung? ##

Nominiert: Gerhard Kubu, Leiter CardService Raiffeisen Bank International

Bankkunden und Kreditsuchende haben immer schon eine Hinhaltetaktik bei
der Bearbeitung ihre Ansuchen gefürchtet, doch der neueste Werbeslogan
der Raiffeisen Bank International "Zahlen Sie mit der Hinhaltetaktik",
für das Bezahlen mit einer NFC fähigen Kreditkarte oder einem
Smartphone, lässt beim Kunden doch größere Sorgen aufkommen. Gerhard
Kubu von Raiffeisen International forciert das kontaktlose Bezahlen und
erhofft sich eine Revolution auf dem Kartenmarkt.

You have the Choice, bedeutet, dass der Kunde aktive seinen Willen
bekunden muss, indem er durch das Eintippen einer PIN die Zahlung per
Kreditkarte ermächtige. Das Bezahlen soll jedoch  durch den Einsatz von
PayPass noch schneller gemacht werden: nebenbei bezahlen, einfach beim
Vorbeigehen an der Kassa. Durch einfaches "Tap & Go™" ist der
Bezahlvorgang schneller als das herkömmliche Bezahlen mit Karte und
Unterschrift oder PIN und wesentlich schneller als das Hantieren mit
Bargeld. Bereits die Annäherung an die Kassa gilt als aktive Zustimmung,
und bedarf keiner weiteren Interaktion.

Neben den Bankern freuen sich jedoch auch dunklen Gestalten, die es auf
unser Geld abgesehen haben. Angriffsszenarien gibt es zahlreich, können
doch Kreditkartendaten aus der Ferne ausgelesen werden, und der eine
oder andere Geschäftsmann könnte die Suche nach Kunden falsch verstehen,
und sein mobiles Kassenterminal zum Kuscheln in die U-Bahn mitnehmen.


Quellen:

Österreicher deckt NFC-Lücke bei Google auf
http://futurezone.at/future/11529-oesterreicher-deckt-nfc-luecke-bei-google-auf.php

Wikipedia: Near Field Communication
http://de.wikipedia.org/wiki/Near_Field_Communication

Forscher greift Android- und Nokia-Smartphones über NFC-Schwachstelle an
http://www.zdnet.de/88116361/forscher-greift-android-und-nokia-smartphones-uber-nfc-schwachstelle-an/

Raiffeisen geht mit kontaktlosem Bezahlen an den Start
http://derstandard.at/1310511510504/NFC-Raiffeisen-geht-mit-kontaktlosem-Bezahlen-an-den-Start

Raiffesen und Mastercard starten Funk-Bezahlung
http://diepresse.com/home/techscience/hightech/678984/Raiffesen-und-Mastercard-starten-FunkBezahlung

Raiffeisen Card Service
https://www.r-card-service.at/


## Zensur und Spitzelwesen - IFPI weiterhin für Netzsperren ##

Nominiert: Franz Medwenitsch, Verband der Musikindustrie IFPI

Im Kampf gegen die sogenannte "Online-Piraterie" hat sich die Blockade
von Webseiten als nutzlos erwiesen. Jeder kann Sperren in einem Netzwerk
umgehen, und gesperrte Seiten tauchen schnell unter einer neuen Adresse
im Netz wieder auf. Selbst autoritär regierte Länder mussten erfahren,
dass Netzsperren nur in einem zentral kontrollierten Kanal wie z.B.
Fernsehen, Teletext erfolgreich durchgesetzt werden können, jedoch nie
in einem freien Netz.

Trotzdem hält die International Federation of the Phongraphic Industry
(IFPI) daran fest. Die Vertreter der Musikindustrie halten Netzsperren,
Filter und Blockaden für adäquate Methoden, um gegen
Urheberrechtsverletzungen im Internet vorzugehen. In einem internen
Papier wird auch die eine einstweilige Verfügung gegen den
österreichische Internetprovider UPC, der die Website kino.to für seine
Kunden unzugänglich machen musste, abgefeiert.

Stellvertretend wird Franz Medwentisch vom Verband der Österreichischen
Musikwirtschaft (IFPI) nominiert. Medwenitsch selbst will in Österreich
eine Auskunftspflicht für Internet-Provider erzwingen und zwar bei
Privatnutzern. Diese wurde einem OGH-Urteil zufolge für rechtswidrig
erklärt.


Quellen:

Musikindustrie hält an Netzsperren fest
Ali stellte eine Palette an Möglichkeiten, wie man Websites im Internet
sperren lassen kann, vor: Zugriffssteuerungslisten (ACLs), IP-Adressen,
Domain Name System (DNS), Deep Packet Inspection (DPI) und Proxy-Server.
http://futurezone.at/netzpolitik/10364-musikindustrie-haelt-an-netzsperren-fest.php

Interner Bericht: Musikindustrie will Netz-Sperren gegen
Urheberrechtsverletzungen, auch in Deutschland
Die Musikindustrie fordert weiterhin, dass Webseiten mit
Urheberrechtsverletzungen von Internet-Anbietern zensiert werden sollen.
[...] Die notwendige Technik haben Provider ohnehin schon installiert,
man bedankt sich für "gesetzgeberische Impulse", die Forderung umzusetzen.
http://netzpolitik.org/2012/interner-bericht-musikindustrie-will-netz-sperren-gegen-urheberrechtsverletzungen-auch-in-deutschland/

Musikindustrie setzt weiter auf Websperren, Warnhinweise und Filter
Internetprovider will die IFPI dazu verpflichten, verstärkt mit den
Rechteinhabern zu kooperieren sowie umstrittene Systeme zur "abgestuften
Erwiderung" auf Copyright-Verstöße einzusetzen.
http://www.heise.de/

IFPI online piracy global trends 2012
PDF:
https://netzpolitik.org/wp-upload/IFPI_online_piracy_global_trends_2012.pdf

* Piraterie
Bei Piraterie handelt es sich um Gewalttaten, Eigentumsdelikte oder
Freiheitsberaubungen, die zu eigennützigen Zwecken unter Gebrauch eines
See- oder Luftfahrzeugs auf hoher See oder in anderen Gebieten verübt
werden, die keiner staatlichen Gewalt unterliegen. http://de.wikipedia.org/


mit freundlichen Grüßen
--
Christian Jeitler                           Mob.:  +43-(0)699-81729005
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