Barbara Prammer (Parlament) für Big Brother Awards nominiert

christian jeitler chris at quintessenz.at
Thu Oct 11 10:42:42 CEST 2012


Sehr geehrte Damen und Herren,


  am 25. Oktober um 20 Uhr im Rabenhof Theater wird es wieder so weit
sein. Noch müssen die Nominierten bangen, wen der gestrenge Blick der
Jury treffen wird; welche Nominierung als besonders verwerflich befunden
wurde.

Wir veröffentlichen heute die Nominierten der Kategorie "Behörden und
Verwaltung". Die Nominierten der anderen Kategorien folgen in Kürze:

15.10.12 "Business und Finanzen"
18.10.12 "Politik"
22.10.12 "Kommunikation und Marketing"
24.10.12 "Weltweite Datenhunger"

### Kategorie "Behörden und Verwaltung" ###

    http://www.bigbrotherawards.at/2012/verwaltung.php


## Österreichischer Parlamentsserver vernadert Petitionsunterzeichner ##

Nominiert: Nationalratspräsidentin Mag. Barbara Prammer und Leiterin
Digitale Medien MMag.a Ines Kerle

Das österreichische Parlament hat einen Schritt in Richtung direkte und
digitale Bürgerbeteiligung getan. Seit Ende 2011 können Petitionen und
Bürgerinitiativen über die Parlaments-Website unterstützt werden. Klingt
positiv. Doch seither weiß auch Google, wer in Österreich welches
Bürgeranliegen offiziell mit seiner Unterschrift unterstützt hat.

Bei Volksbefragungen ist auf der Parlaments-Website ein Web Service von
Google eingebaut. Mit einem Captcha soll verhindert werden, dass
Petitionen durch Webcrawler missbräuchlich automatisiert werden. Der
Preis für dieses kostenlose Google Service ist die Übermittlung aller
Daten in die USA und ein Schritt mehr in Richtung gläserner Bürger. So
weiß Google jetzt, welche 106.000 Österreicher die Bürgerinitiative
"Stoppt die Vorratsdatenspeicherung" unterschrieben haben. Es bleibt
jedem überlassen seine Stimme zu äußern, aber "Du hast die Wahl".

Die Parlamentsdirektion begründete den Einsatz des
Google-Captcha-Programms auf Anfrage damit, dass dieses von mehr als
200.000 Websites weltweit verwendet werde, unter anderem auch von
Facebook. Für diese unreflektierte Schlussfolgerung, die im krassen
Gegensatz zum Grundrecht der unbeobachteten Wahl steht, gibt es jetzt
eine Nominierung für unsere Nationalratspräsidentin Barbara Prammer  und
die Leiterin der Abteilung Digitale Medien und Corporate Design MMag.a
Ines Kerle.


Quellen:

* Grundsätze des Wahlrechts
http://www.parlament.gv.at/PERK/PARL/DEM/GRUNDS/index.shtml

* Email von Abteilung Digitale Medien und Corporate Design
http://www.bigbrotherawards.at/2012/verwaltung_1.01.php


## SVA - Lebensweise per Verschreibung ###

Nominiert: Dr. Christoph Leitl, Präsident SVA, Peter McDonald stv.
Obmann SVA

Wer sich zu wenig bewegt, raucht, trinkt, oder einen zu hohen Blutdruck
hat, wird bei der Sozialversicherung der gewerblichen Wirtschaft (SVA)
seit Jahresbeginn benachteiligt. Die SVA hat nämlich ein
Bonus-Malus-System eingeführt. Wer zusammen mit dem Hausarzt gewisse
Gesundheitsziele definiert und diese auch einhält, dem wird der
Selbstbehalt beim Ärtze-Honorar von 20 auf 10 Prozent heruntergesetzt.

Das ganze geschieht natürlich "freiwillig" und der stv. SVA Obmann
McDonald stellt via Aussendung fest "Wir haben es in der Hand, unsere
Versicherten zu einem gesünderen Lebensstil zu motivieren und ihnen
damit mehr gesunde Lebensjahre zu ermöglichen.". Patienten, die nicht
wollen, dass ihnen vorgeschrieben wird, wie sie zu leben haben, werden
allerdings bestraft: Sie kommen nie in den Genuss dieser Reduktion, sie
beugen sich nicht der Ökonomie des Gesundheitssystems. Dass dabei auch
Chronisch Kranke und ältere Menschen bestraft werden, ist nur einer der
Nachteile dieses Systems. Aber "Du hast die Wahl!"

In der aktuellen Urbefragung der SVA Versicherten zeigt sich auch der
Umgang der SVA mit personenbezogenen Daten. Die individuelle Nummer des
SVA Fragebogens der Urbefragung fand in einer personalisierten Email
Aussendung der Jungen Wirtschaft bereits seine Verwendung.


Quellen:

McDonald: Sozialversicherung ist auch Unterstützung bei der Selbsthilfe
http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20120724_OTS0048/mcdonald-sozialversicherung-ist-auch-unterstuetzung-bei-der-selbsthilfe

Aufregung um angebliche Datenweitergabe bei SVA
http://www.wienerzeitung.at/nachrichten/oesterreich/politik/469533_Aufregung-um-angebliche-Datenweitergabe-bei-SVA.html

Belohnung für Gesunde
http://diestandard.at/1326502910576/Bonus-Malus-System-bei-der-SVA-Belohnung-fuer-Gesunde

Der Weg zum halben Selbstbehalt
http://esv-sva.sozvers.at/portal27/portal/svaportal/channel_content/cmsWindow?action=2&p_menuid=72622&p_tabid=3



## Smart Meter: Drei Jahre Stromverbrauchs Vorratsdaten ##

Nominiert: Walter Boltz und Martin Graf, E-Control

In vielen Kreisen werden sie bereits die "Schnüffelzähler" genannt: die
intelligenten Stromzähler - und das nicht ohne Grund. Mit solchen
sogenannten "Smart Metern" lässt sich feststellen, ob jemand alleine
lebt, ob am Herd oder mit der Mikrowelle gekocht wird, oder welches
TV-Programm abends läuft. Dieses Verhalten dürfte daher nicht nur für
Haushaltsgerätehersteller interessant sein, sondern auch für
Lebensmittelhändler oder Anbieter von DVDs oder Streaming On
Demand-Diensten.  Bis jetzt war es ausreichend das jährlich der
Stromverbrauch abgelesen wurde, ab jetzt soll das mindestens alle 15
Minuten erfolgen.

In Österreich sollen bis 2019 fast alle 5,5 Millionen mechanischen
Zähler durch die digitalen Smart Meter ersetzt werden. Dazu notwendig
waren mehrere Verordnungen und Gesetzesänderungen. Die
E-Control-Vorstände Walter Boltz und Martin Graf erließen eine
Verordnung, in der festgelegt wird, dass alle Verbrauchsdaten künftig
auf Kundenwunsch drei Jahre lang auf Vorrat gespeichert werden müssen.
Harald Proidl von der E-Control stellt klar, dass den Energieversorgern
bei neuen Anwendungen und Geschäftsmodellen "keine Grenzen gesetzt sein"
sollen. Eine personalisierte Auswertung soll es nur auf freiwilliger
Basis, also mit ausdrücklicher Zustimmung, geben.

Eine wirkliche Wahlfreiheit werden die Kunden aber nicht haben. In
Australien holt sich ein Energie-Unternehmen beispielsweise die
Zustimmung der Kunden so ein, dass Versicherungen, US-Unternehmen und
weitere Drittparteien auf die Daten zugreifen können - wer nicht
zustimmt, bekommt keinen Strom mehr. Der "gläserene Stromkunde" wird
Realität, aber "Du hast die Wahl!".


Quellen:

Smart Meter: Energiedaten auf Vorrat
http://futurezone.at/future/10142-smart-meter-energiedaten-auf-vorrat.php

Energiespar-Stromzähler werden Pflicht
http://diepresse.com/home/panorama/wien/761921/EnergiesparStromzaehler-werden-Pflicht

ZWANGSZÄHLER - NEIN DANKE!
https://mietervereinigung.at/default.aspx?id=559
Smart Meter oder Der gläserne Kunde
http://derstandard.at/1338559327870/Smart-Meter-oder-Der-glaeserne-Kunde

Der gläserne Energiekonsument
http://www.wienerzeitung.at/themen_channel/wirtschaftsservice/konsum_und_gesellschaft/445566_Der-glaeserne-Energiekonsument.html

Smart Meter: Gratis-Strom für Nutzerdaten
http://futurezone.at/future/11484-smart-meter-gratis-strom-fuer-nutzerdaten.php

Hintergrund und experimentelle Ergebnisse zum Thema „Smart Meter und
Datenschutz
http://www.its.fh-muenster.de/greveler/pubs/smartmeter_sep11_v06.pdf


mit freundlichen Grüßen
--
Christian Jeitler                           Mob.:  +43-(0)699-81729005
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