q/Talk, Di 26. April: 25 Jahre Tschernobyl

christian jeitler chris at quintessenz.at
Mon Apr 25 19:41:13 CEST 2011


Jahrestage, die man lieber vergessen würde

Kernphysikerin Julia Riede berichtet von ihren Messungen in Japan und
Tschernobyl und der Kerntechniker Michael Gerstmayr gibt einen Überblick
über die Katastrophe in Tschernobyl.

Datum: 26. April 2011, 20.00 (Einlass 19.00)
Ort: MuseumsQuartier Wien, QDK / Raumd D

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http://www.quintessenz.at/d/000100009376

Am 26. April 1986 sollte im Block 4 des Kernkraftwerks Tschernobyl ein
Sicherheitstest einen Stromausfall im Reaktor simulieren, hatten doch
Politik und Wissenschaft einhellig erklärt, dass ein GAU oder gar ein
Super-GAU nur eine theoretische Annahme sei, die in Realität nie
eintreten könne. Die Kettenreaktion im Reaktor führte zu einer
Explosion, die den Schutzmantel zerstörte, sodass der Reaktorkern nun
nicht mehr eingeschlossen war und direkte Verbindung zur Atmosphäre hatte.

Durch die atomare Kettenreaktion wurde nicht nur eine radioaktiven Wolke
um die Welt geschickt, bevor sie Regen wieder aus der Atmosphäre wusch.
Auch wurde eine Kettenreaktion an Vertuschung, Fehlinformation und
Beschwichtigungen von Politikern und Lobbyisten erfunden, um weiter
ungestört Atomkraftwerke zu bauen.

Bereits am 5. November 1978 lehnte die österreichische Bevölkerung den
Bau und Betrieb von Kernkraftwerken ab, und musste in der Folge nicht
auf Wirtschaftswachstum und Wohlstand verzichten.

Ein Argument, das Lobbyisten weltweit verwenden, um selbst in
ausgewiesenen Erdbebengebieten Atomkraftwerke zu betreiben. Bau- und
Betriebsgenehmigungen werden unter der Annahme, das GAU oder Super-GAU
nur theoretische Annahmen seinen, und man die Stärke eines möglichen
Erdbebens einfach definieren könnte, erteilt. Technische Anforderungen
richten sich mehr nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten, als an den
Gefahren durch die Natur.

25 Jahre nach der Katastrophe von Tschernobyl wird der Mensch in
Fukushima wieder einmal an seine Grenzen erinnert - Da der Jahrestag
genau auf den Termin des monatlichen q/Talk im April fällt, versucht
quintessenz, die Auswirkungen der jetzigen Katastrophe auf unser aller
Leben zu ergründen.

Mag. Julia Riede hat als Atomphysikerin Tschernobyl besucht und war
anlässlich der Katastrophe von Fukushima bereits mehrfach in Japan um
Strahlenmessungen durchzuführen. Sie kann daher aus erster Hand über das
Ausmaß der radioaktiven Verstrahlung in Japan berichten.

Dipl. Ing. Michael Gerstmayr ist bei der Österreichischen
Kerntechnischen Gesellschaft im Bereich Junge Generation aktiv und zeigt
im Rahmen seines Vortrags die Hintergründe von Tschernobyl.


*Hintergrundlektüre*

* Wikipedia: Katastrophe_von_Tschernobyl
http://de.wikipedia.org/wiki/Katastrophe_von_Tschernobyl

* Wikipedia: Nuklearkatastrophe von Fukushima
http://de.wikipedia.org/wiki/Nuklearkatastrophe_von_Fukushima

* Spiegel: Thema Tschernobyl
http://www.spiegel.de/thema/tschernobyl/

* Spiegel: Thema Fukushima
http://www.spiegel.de/thema/fukushima/


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